Unser Kontakt: antiknastcafe (at) riseup (dot) net
Freitags im XB – Liebigstr.34 – 10247 – Berlin-F-hain ab 20:00

Antiknastabend Programm Juni 2010

Am 4. Juni
Vegane Pizza, Infotisch und Tresen.

Am 5. Juni im LAUSCHANGRIFF
Antiknast-Technoparty

Am 11. Juni
Vegane Pizza, Infotisch
Veranstaltung ueber die Repression in Italien. Zwischen Trento und Rovereto sind 40 politische Aktivisten von einem Aufenthaltsverbot betroffen.Diese Massnahme wird immer oefter ergriffen um die Leute von ihren Kontakten in einer bestimmten Stadt fernzuhalten.
Danach Soliparty fuer die Betroffene mit Trashmusic und Cocktails!!!

Am18. Juni
Vegane Pizza, Infotisch
Am 19. Juni findet der Antiknastactionsday statt. Wir feiern rein mit einem outsidecinema- fuckdapolice-riotporn!!!
Danach Antiknasttechnoparty im Lauschangriff!!!

Am 25.Juni
Vegane Pizza, Infotisch
Veranstaltung ueber das Thema Antipsychiatrie. Der Knast und die Psychiatrie sind zwei Anstalten, die mit aller Gewalt die totale Kontrolle des Koerpers und der Seele der Menschen durchfuehren.
Gegen alle Zwangsanstalten!!!


SOLIDARITÄT

Der Ausgangspunkt von Solidaritität ist weder eine Theorie noch eine Strategie es ist ein Gefühl. Es ist eine Überzeugung Widerstand in einem kollektivem Zusammenhang zu leben. Jedoch können wir einander nur Unterstützen wenn wir eine Verbindung zu uns selber haben und somit ist Solidarität eine Tat des Herzens. Und der Verbundenheit.
Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Person die du unterstützt ein_e Freund_in sein muss,du musst sie noch nicht einmal wirklich persönlich kennen, das was zählt ist dass du mit ihr fühlst.
Solidarität kann auf unterschiedlichste Weise gezeigt werden, aber es ist immer der Versuch zu helfen , zu kämpfen gegen Isolation und Unterdrückung( im Gefängnis und in der Gesellschaft…), sowie das Problem, dass die Person(en) bedroht als ein gemeinsames zu begreifen, welches auch nur kollektiv gelöst werden kann.
Solidarität kann bedeuten die Miete für jemanden zu zahlen der finanzielle Probleme hat, Aufgaben zu übernehmen , weil die Person sie gerade nicht erledigen kann(aus welchen Gründen auch immer,), jemandem zu unterstützen der_die von Bullen belästigt wird,Briefe an Inhaftierte zu schreiben oder direkte Aktionen um Druck gegen die unterdrückenden Mechanismen auf zu bauen usw…

Solidarität ist der Gedanke und die Tat das eigene Leben und das der anderen nicht voneinander getrennt zu sehen. Es sollte aus einem tiefen Gefühl der Überzeugung heraus geschehen ohne die Erwartung das gleiche zurück zu bekommen.

Solidarität ist die Liebe für Menschen, nicht für was sie sind, aber für die Tatsache dass sie genauso wie jeder von uns Unterdrückt werden,auf all die verschieden Weisen.

In der Praxis ist uns stark aufgefallen, dass am Anfang von Solidaritätsarbeit häufig die Energie innerhalb der Unterstützergruppe und auch das Interesse sowie die Solidarität innerhalb der Bewegung relativ stark ist, obwohl es hierbei auch immer stark darauf ankommt welche Person betroffen ist und welches Ansehen sie innerhalb der Szene „geniesst“. Aber wenn sich Prozesse länger hin ziehen ist es oft viel schwieriger ein Interesse innerhalb der Bewegung zu wecken und direkte Unterstützung zu erhalten.

Dies scheint doch sehr paradox wenn mensch sich die Tatsache vor Augen führt, dass doch eigentlich ständig für eine bestimmte Art politischer Aktionen durch Plakate, Texte, Stickers usw. geworben wird? Aber wenn dann Manche durch die Durchsetzung dieser politischen Aktion im Knast landen, reagiert die Bewegung nur zu wenig und wenn ,dann nicht dauerhaft. Vielmehr ist es am Anfang ein guter Aufhänger für die nächste Demo , aber wenn der „ Unterhaltungswert des Themas“( Subjekte werden auch in unserer Szene häufig zu Objekten gemacht) abgenutzt ist,werden die Menschen hinter Gittern einfach vergessen. Da liegt es nicht fern das politische Engagement oder vielmehr dass dem zu Grunde liegende Gefühl, die Ueberzeugung einer solchen Bewegung stark in Frage zu stellen. Es scheint viel mehr eine Suche nach Spektakel als ein Versuch wirkliche Veränderungen zu erkämpfen.

Wir sehen die Inhaftierung einer Person als Geiselnahme durch den Staat. Durch diese teilt uns der Staat die Folgen, die eine Revolte hat mit. Sein Ziel ist dabei die Menschen innerhalb der Bewegung, auf Grund von Angst mögliche Folgen selber erleben zu müssen, zur Aufgabe zu drängen und eine daraus resultierende Auflösung der Bewegung herbei zu führen.. Für der Staat ist der_die Gefangene nicht mehr als ein Mittel um die Leute draußen einzuschüchtern.

Wir fragen uns, ob die aktuelle Bewegung diese Botschaft des Staates tatsächlich versteht, weil es scheint uns, dass ihre Reaktion eher das Spiel des Staates mitspielt. Mensch braucht nur zu beobachten, wie die Repression und der Knast innerhalb dieser thematisiert werden.

Unserem Empfinden nach werden in den meisten Veröffentlichungen der deutschen Bewegung, diese Themen fast nicht behandelt (z.B. Interim, Zeck, Indymedia…). Sie werden vielmehr als Monopol von dafür spezialisierte Gruppen oder Zeitschriften, wie Entfesselt, Gefangenen Info und Broschüren der verschiedenen Soligruppen oder Strukturen wie die Rote Hilfe betrachtet.

Der Grund (oder vielleicht die Folge, die Bewegung befindet sich unserer Meinung nach in einem Teufelskreis) ist dass der Knast als persönliches Problem von dem_der Gefangene gesehen wird. Die inhaftierte Person muss und soll das mit der Soligruppe (wenn es eine gibt) und dem_der Anwält_in (wenn eine_r vorhanden ist) und vielleicht mit der oben genannten Antirepressionsstrukturen abklären.

Wenn dieses Problematik des Knastes und der Repression also nicht als kollektives Problem betrachtet wird, fehlt es tatsächlich an einer Massensolidarität.

Eine Massensolidarität bedeutet für uns, dass die Bewegung die Knaststhematik als Teil aller anderen Kämpfe sieht, und nicht als isoliertes Thema, das von Spezialisten behandelt wird. Die Isolierung dieses Thema und die daraus resultierende politische Isolierung der Gefangenen, die nicht mehr als aktiver Mitglied der Bewegung behandelt werden, weil „er_sie soll sich erstmal um sein_ihr Problem kümmern“ finden wir falsch und mehr als traurig.

Diese Individualisierung ist außerdem genau was der Staat von uns erwartet. Wir bieten ihm dadurch den Sieg auf einem goldenen Teller.

Unsere Strategie ist Druck auf die Entscheidungsträger aus zu üben, um ihnen mitzuteilen, dass auf jede Entscheidung die sie treffen auch Konsequenzen folgen.

Neben unserer Soliarbeit kämpfen wir gegen alle Facetten des Repressionsapparates.

Viele Ansätze um Sand ins Getriebe der Knastmaschine zu streuen, können häufig nicht intensiv genug verfolgt werden, weil dafür die Kapazitäten nicht ausreichen. Das betrifft vor allem direkte Aktionen.

Für eine gefühlte und gelebte Solidarität zwischen Menschen egal ob innerhalb oder ausserhalb der Knastmauern, denn der Schraubstock der Unterdrückung sitzt uns allen im Nacken.




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