Archiv der Kategorie 'Greece'

Aktionstag für Theodoris am 1 Februar

indy artikel

Der Gesundheitszustand von Thodoris Iliopoulos, der bei der griechischen Dezember-Revolte verhaftet wurde, spitzt sich gefährlich zu. Er befindet sich jetzt seit 41 Tagen im Hungerstreik. Eine Internationale Solidaritätsinitiative hat für den 1. Februar zum Aktionstag aufgerufen, um seine Freilassung zu erkämpfen.

Thodoris wird bereits seit acht Monaten unter absurden Anschuldigungen im Athener Koridalos-Gefängnis festgehalten. Zusammen mit einem zweiten Aktivisten, Nikos Tsouvalakis, befindet er sich seit 41 Tagen im Hungerstreik, um die Freilassung aus der Untersuchungshaft zu erreichen. Bei einer medizinischen Untersuchung am Dienstag konnte ihm nicht mehr genügend Blut abgenommen werden. Inzwischen wurde auch die Anwältin Marouska Spiraki verhaftet, als sie an einem Athener Gerichtsgebäude Solidaritätsplakate und Parolen für Thodoris anbrachte. Zuvor waren weitere Insassen der Athener Haftanstalt Koridalos aus Protest in den Hungerstreik getreten.

Thodoris Iliopoulos war am 18. Dezember 2008 bei den Athener Ausschreitungen nach dem Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos, den Polizisten wegen eines Wortwechsels auf offener Straße niederschossen, festgenommen worden. Die Anklagebehörde beschuldigt Thodoris, Steine und Molotow-Cocktails auf Polizisten geworfen zu haben. Er hat diesen Vorwurf, der sich lediglich auf Polizeiaussagen stützt, von Anfang an bestritten. Nachdem seine siebenmonatige Untersuchungshaft im Juli erneut verlängert wurde, trat er in den Hungerstreik. Iliopoulos und Tsouvalakis, dem Diebstahl eines Laptops vorgeworfen wird, sind die beiden letzten Gefangenen, die wegen der Athener Dezember-Revolte noch in Untersuchungshaft sitzen. Alle anderen damals Festgenommenen wurden inzwischen freigelassen.

Die Website „Occupied London“ hat vorgestern folgenden Aufruf veröffentlicht:

INTERNATIONALE SOLIDARITÄTSINITIATIVE FÜR THODORIS ILIOPOULOS

AUFRUF ZUM AKTIONSTAG FÜR DIE SOFORTIGE FREILASSUNG VON THODORIS ILIOPOULOS, IM HUNGERSTREIK SEIT DEZEMBER 2009

Am Aktionstag wird Thodoris am 45. Tag im Hungerstreik sein, seine Situation ist sehr kritisch.

Wir rufen alle solidarischen Gruppen auf, ihre Aktionen – Propaganda, Infoaktionen, Demonstrationen – zu koordinieren, die auf die sofortige Freilassung von Thodoris aus der Untersuchungshaft abzielen. Aus diesem Grund haben wir am 1. Februar 2010, um 20 Uhr als Datum festgelegt, an dem wir unsere Stimmen und unsere Stärke vereinen wollen, um die sofortige Freilassung des hungerstreikenden Thodoris Iliopoulos zu erreichen.

Als Teil dieser Aktion organisiert die Solidaritätsinitiative für Thodoris Iliopoulos am 1 Februar, um 20 Uhr ein Solidaritätskonzert in Athen auf der Akropolis, an den Propyläen (Eingangsbau).

Kämpft für seine Verteidigung und Freilassung ! Unsere Unterstützung ist Thodoris’ Atem !

Laßt seine Stimme überall auf der Welt erklingen !!

Links

Interview mit Thodoris Iliopoulos (1 Februar 2010)

Verhaftung der Anwältin Marouska Spiraki

Irregular Updates after the Greek Riots (Übersetzungen)

Article about Thodoris & Greek Riots („The Palestine Telegraph“, 16. August 2009)

Greek Site for Thodoris Iliopoulos

Voices of Resistance from Occupied London

Prozessauftakt gegen die Mörder von Alexis

indy artikel

Am heutigen Mittwoch den 20. Januar begann der Prozess gegen die beiden Polizisten, die am 6. Dezember 2008 im Athener Stadtteil Exarcheia an der Erschießung des 15jährigen Anarchisten Alexandros Grigoropoulos beteiligt waren. Der Prozess, der im Amfissa, einer Stadt 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt stattfindet, wurde nach nur wenigen Minuten vertagt und findet am kommenden Freitag seine Fortsetzung. Das Gericht hatte einem Antrag der Verteidigung der Bullen stattgegeben, da diese vor einem anderen Gericht Verpflichtungen hatten.

Die Mutter von Alexis hatte mehrere Male versucht eine Verlegung des Prozesses nach Athen zu erreichen, da es einer Vielzahl der ZeugInnen und ihrer 86jährigen Mutter nicht möglich sei nach Amfissa zu kommen, was aber abgelehnt wurde. In den Wochen vor dem Prozess wurde versucht in der Presse der Stadt Amfissa eine Angst vor den AnarchistInnen zu schüren und behauptet, dass diese zum Prozess kommen werden und die Stadt in Schutt und Asche legen werden. Mit dieser Behauptung wurde auch die Verlegung des Prozesses nach Amfissa gerechtfertigt. In der Stadt reagierten einige der Geschäftstreibenden und verbarrikadierte ihre Schaufenster vor Angst vor den von den Medien herbeigeredeten Randalen.

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A robbery in Greece

WIR SIND KEINE SKLAVEN, WIR SIND DYNAMIT

Es sind alte Angelegenheiten, aus dem letzten Jahrhundert. Das Elend schien im Westen durch den Fortschritt verbannt, doch lässt es nun erneut seine Klauen ausfahren. Zwar springen Bankiers noch nicht aus den Fenstern, die Strassen jedoch füllen sich mit Armen. Fabriken und Betriebe schliessen ihre Tore. Millionen von Menschen verfügen nicht mehr über die Mittel um der Zukunft entgegen zu treten. Es wurde ihnen versprochen, dass ein auf den Knien verbrachtes Leben, zwischen einer Arbeit zum Vorteil eines Chefs und dem Gehorsam gegenüber dem Willen der Autorität, ein zumindest ruhiges Überleben garantieren würde. Inzwischen ist es für einen jeden deutlich, dass dies eine Lüge war.

Es sind alte Angelegenheiten, aus dem letzten Jahrhundert. Die Reihen an den Essensausgaben schwellen an. Die Anzahl der Diebstähle in den Supermärkten steigt konstant. Immer mehr Menschen geraten in die Mühlen der Justiz. Und während man unten versucht, nicht an Hunger zu sterben, bereiten sie sich oben auf das Schlimmste vor, auf die gefürchtete soziale Explosion. Es gilt eine ‚Nulltoleranz‘-Politik für jeden der das Gesetz bricht, sie bauen neue Gefängnisse für Einheimische und Migranten, die videoüberwachten Stadtviertel werden militarisiert, ob nun permanent oder in Momenten wenn die Wut zu rasen anfängt. Die Armen müssen es wissen: einzig entbehrungserfülltes Sterben oder Selbstmord wird ihnen zugestanden.

Es sind alte Angelegenheiten, aus dem letzten Jahrhundert. Heutzutage strecken immer mehr Individuen ihre Hände nach den Orten aus, wo der Reichtum sich in Überfluss befindet. Einige davon tragen auch einen Traum in ihrem Herzen, wie die zwei Anarchisten, Christos und Alfredo, die am 1. Oktober nach einem Banküberfall in Griechenland verhaftet wurden. Der erste hat die Bank bewaffnet überfallen. Sie sagen, dass der zweite ihm geholfen hat, indem er die Beute sicher stellte. Diese zwei Anarchisten, der eine aus Griechenland, der andere aus Italien, sitzen derzeit hinter Gitter. Das Gefängnis ist das zugesicherte Schicksal für jene, die sich nicht damit abfinden im Elend zu krepieren, die Zukunftsverheissung für die Feinde aller Ausbeutung und Autorität.

Es sind alte Angelegenheiten, aus dem letzten Jahrhundert. Eine in Trümmer liegende Ökonomie, Arbeitslosigkeit ohne Ende, Verschlechterung der Lebensumstände, einen durch die Folterknechte der Mächtigen geschürten Krieg zwischen den Armen, einen sich vom schleichenden Gang in den vollen Galopp bewegenden Rassismus, ein durch die technologische Entwicklung bedrohter Planet, Staaten, die den honigsüssen Lauf der Demokratie durch den Essig des Totalitarismus eintauschen…
In dieser improvisierten Rückkehr in die Vergangenheit, fehlt nur noch etwas: die beleidigte Würde, die die Verzweiflung verjagt und sich in Aktion umwandelt. Die Freiheit, die aufhört das Recht zu sein der Autorität Gehorsam zu leisten und erneut allen Formen der Macht zu trotzen beginnt.
Dass das Verlangen um zu leben, sich nicht mit dem bereits Bestehenden zufrieden gibt und gegen den Stand der Dinge zum Angriff übergeht, für etwas das es noch nie gegeben hat.

Es ist eine alte Angelegenheit, aus dem letzten Jahrhundert- der Aufstand.

Anarchisten

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WE ARE NOT SLAVES, WE ARE DYNAMITE

They are old things, from another century. Poverty, which progress seemed to have banished from the West, comes back to make us feel its bite. Bankers aren’t jumping from windows yet, but the poor are filling the streets. Factories and shops close their doors. Millions of people find themselves with no means for facing the future. They were promised that a life passed on their knees, between a job that profited a boss and obedience to the will of the government would at least ensure a quiet survival for them. Now it’s clear to all that this was a lie.

They are old things, from another century. The lines are swelling in front of soup kitchens. The number of thefts in supermarkets is constantly growing. Foreclosure proceedings pile up. And while those on the bottom try not to die of hunger, those on top prepare for the worst, for the feared social explosion. “Zero tolerance” is guaranteed for anyone who breaks the law; new structures of detention are being prepared for natives and immigrants; soldiers and “volunteers” patrol neighborhoods that are under video surveillance. The old and new poor have to know: dying of privation or suicide, these are the only choices permitted to them.

They are old things, from another century. Today, more and more people are reaching out to grab wealth from the places where it exists in abundance. Some even have a dream in their heart, like the two anarchists, Christos and Alfredo, who were arrested in Greece on October 1 for a bank robbery. Christos robbed the bank at gunpoint. They claim that Alfredo aided him, taking the money on delivery. Now the two anarchists, one Greek and one Italian, are behind bars. Prison is the fate promised to anyone who isn’t resigned to dying in misery, the fate promised to the enemies of all exploitation and authority.

They are old things, from another century. A shattered economy, skyrocketing unemployment, the deterioration of living conditions, a war among the poor fomented by the powerful henchmen, racism speeding up from a mere creep to a gallop, a planet threatened by technological development, States alternating the carrot of democracy with the stick of totalitarianism…
In this sudden return to the past, there is still something missing: the offended dignity that drives desperation away, transforming it into action; the freedom that stops being the right to obey authority and goes back to being the challenge to every form of power; the desire to live that isn’t satisfied with what exists and mounts an assault to snatch what has never been.

IT’S AN OLD THING, FROM ANOTHER CENTURY: INSURRECTION

Anarchists

More ( IT – FR – NL – EN – DE – SP ) – there are posters to download and print in all theses languages !

You can send money for the support of the comrades to:
Conto corrente postale n° 23852353, directed to A. Medeot – C.P. 3431 – Trieste (Italy), with text „sottoscrizione arresti in Grecia“.

Trial about Alexandros Grigoropoulos‘ assasination

The trial about Alexandros Grigoropoulos‘ assasination will take place on 15th of December with the Areios Pagos (highest court) trying to move the place of the trial in cities away from Athens. First it was unounced the name of Halkida (1 1/2 hour from Athens) and later Amfissa city (3 hours from Athens).

The family of Alexandros Grigoropoulos asked for the trial to take place in Korydallos-Athens and not at Amfissa city. As the family’s lawyers mention, they want the trial to take place in the special court room of the female part in Korydallos‘ jailhouse, where the trials of 17N, ELA and trials of other serious cases have took place. (…)

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Thodoris Iliopoulos is Free

Athens indy

Indy Deutschland :
Nach einem Beschluss des Amtsgerichts Athen wurde der Anarchist Thodoris Iliopoulos nach 49 Tagen Hungerstreik heute freigelassen. Er wird momentan in einem Athener Krankenhaus behandelt.
Thodorís Iliópoulos wurde während des Aufstands nach der Erschießung des 15 jährigen Aléxandros Grigorópoulos im Dezember des letzten Jahres bei Auseinandersetzungen in Athen verhaftet. Zwei Beamten der Polizeisondereinheit MAT sind die einzigen Belastungszeugen. Sie behaupten Iliópoulos habe mit Steinen und Molotowcocktails geworfen. Iliópoulos bestreitet dies von Anfang an. Trotz fünf Entlastungszeugen wurden alle Anträge auf Haftentlassung abschlägig entschieden, weshalb Iliópoulos am 10 Juli in den Hungerstreik trat. Seine andauernde U-Haft wurde allgemein als staatliche Rache für den Dezember-Aufstand gegenüber einem anarchistischen Aktivisten aufgefasst.
Eine recht breite Solidaritätsbewegung trug nun dazu bei seine Freilassung zu erkämpfen.
Iliópoulos geht es den Umständen entsprechend gut, er befindet sich momentan noch im Athener Krankenhaus Sotiría zur Beobachtung und Erholung.
Das Amtsgericht beschloss die Haft ohne Hinterlegung einer Kaution gegen Auflagen zu beenden. Er darf Griechenland bis zum Prozess nicht verlassen und muss sich zwei Mal im Monat bei der Polizeiwache melden.




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