Warnung vor Studie zur Gewalt am 1. Mai in Berlin

ROTE HILFE e.V. – PRESSEMITTEILUNG

Rote Hilfe e.V. warnt vor Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam der Freien Universität (FU) Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Klaus
Hoffmann-Holland, welches im Auftrag des Berliner Innensenats und Verfassungsschutzes eine Studie über sogenannte „Gewalt am 1. Mai 2009″ ausarbeitet.

Der Innensenat hat an der FU Berlin eine Studie zur Gewalt am 1. Mai in Auftrag gegeben. Wie schon bei der Studie des Verfassungsschutzes „Im Fokus: linke Gewalt in Berlin“ sollen auch bei dieser Studie „Ermittlungsverfahren nach Festnahmen“ die Grundlage bilden. Um der Forschungsarbeit darüber hinaus einen neuen, „ausgewogenen“ Anstrich zu verleihen, sollen im Rahmen der Studie Interviews mit am 1. Mai „Beteiligten (auch nicht straffälligen Personen)“ geführt werden. Die Interviews sollen zwar angeblich „anonym“ gehalten werden,
allerdings geht es offensichtlich darum, mehr Informationen über Strukturen der Linken („mittelbare und unmittelbare politische Bezüge“)
zu sammeln. Eine Aufgabe die eigentlich vom Verfassungsschutz ausgeübt wird.

Dieser lobt in der bereits veröffentlichten Studie „Im Fokus: Linke Gewalt in Berlin“ die neue Arbeit bereits im voraus: „Ergänzende und
weiterführende Erkenntnisse verspricht auch eine Studie der FU Berlin über die Gewalt am 1. Mai 2009 in Berlin. Dieser universitären Studie
ist eine größere Methodenvielfalt möglich als dem Verfassungsschutz. Zum Beispiel wird die Untersuchung stärker auf qualitative Indikatoren wie zum Beispiel Befragungen von Beteiligten (auch nicht straffälligen Personen) beruhen.(…)“

Völlig außer Acht gelassen wird wieder, dass Verhaftungen wie auch Ermittlungen und Verurteilungen gerade am 1. Mai politisch motiviert
sind und willkürlich durchgeführt werden, sowie dass die Gewalt am 1. Mai vor allem von PolizistInnen ausgeht.

Das Ziel dieser Studie ist es das Klischee vom „gewalttätigen Chaoten“ zu bestätigen, die Revolutionäre 1. Mai Demonstration zu kriminalisieren sowie linke Strukturen auszuspionieren.

Außerdem ist die Arbeit des universitären Forschungsteam auch datenschutzrechtlich fragwürdig, weil nach eigenen Angaben sogar staatsanwaltliche Ermittlungsakten, sowie Angaben des Verfassungsschutz herangezogen werden sollen.

Von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen der Forschungsgruppe wurden schon an zahlreiche linke Organisationen – von solid bis zur Roten Hilfe e. V. – E-Mails geschrieben, in denen um die Weitervermittlung von InterviewpartnerInnen gebeten wird.

Die Rote Hilfe e.V. OG Berlin warnt vor jeder Zusammenarbeit mit dem Forschungsteam der FU Berlin.

Wir rufen ausdrücklich dazu auf dem Forschungsteam KEINE INTERVIEWS zu geben.

Quellen: -Forschungsdesign www.fu-berlin.de/maistudie
-Verfassungschutzbericht „Im Fokus: Linke Gewalt in Berlin“

Rote Hilfe e. V. Ortsgruppe Berlin c/o Stadtteilladen „Die Lunte“ Weisestr. 53 | 12049 Berlin- Sprechstunde: Mittwoch 19.30-20.30 Uhr Nähe U-Bhf. Boddinstr. (U8)

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